Logistik stark am Niederrhein

Logistik – eine Wachstumsstory made am Niederrhein

Der Niederrhein – das sind die beiden Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie die vier Kreise Kleve, Viersen, Wesel und Rhein-Kreis Neuss. Gut zwei Millionen Menschen leben hier. In rund 100.000 Unternehmen arbeiten 560.000 Beschäftigte, davon 63.000 in der Logistik. Mehr als elf Prozent aller Arbeitsplätze der Region befinden sich somit in Logistikabteilungen von Industrie und Handel sowie bei spezialisierten Logistikdienstleistern.

Der Niederrhein liegt in einem Millionenmarkt. Im Umkreis von 100 Kilometern lassen sich 16 Millionen Konsumenten erreichen, innerhalb einer Lkw-Tagesreise sogar 40 Prozent der EU-Bevölkerung. An den Niederrhein grenzen im Osten das Ruhrgebiet und die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf; im Süden die Metropolregion Köln/Bonn und das Benelux-Dreieck um Aachen; im Westen die Niederlande. Alles ist engmaschig miteinander verbunden über Schienenwege und Autobahnen.

Der Niederrhein liegt auch am Meer. Seegängige Küstenmotorschiffe können ab Nordsee die sieben Rheinhäfen der niederrheinischen Städte erreichen. Und über die Autobahnen sind es zu den Seehäfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam vom Niederrhein aus meist weniger als 200 Kilometer.

Der Niederrhein liegt mitten in der Welt. Passagiere und Fracht fliegen über DUS (Flughafen Düsseldorf International) und CGN (Flughafen Köln/Bonn) ein und aus, auf Niederrhein-Boden über die beiden Flughäfen Weeze und Mönchengladbach sowie über den Verkehrslandeplatz Schwarze Heide im Kreis Wesel, der sich als flexible Alternative für den Geschäftsreiseverkehr anbietet.

Diese unschlagbare Lage der Region ist einer der Gründe dafür, warum Logistik so stark am Niederrhein ist. Und weil hier zur Top-Lage ein professionelles Branchenumfeld und sofort verfügbare Flächen hinzukommen, ist Logistik am Niederrhein eine kontinuierliche Wachstumsstory: Mehr als die Hälfte der Top-20-Logistiker in Deutschland ist mittlerweile am Niederrhein präsent; UPS hat seine Deutschland-Zentrale hierhin gelegt; eine Vielzahl internationaler Firmen betreibt hier ihre deutschen und europäischen Logistikzentralen. Distributionslogistik made am Niederrhein.

Der Niederrhein – das ist ein Wirtschaftsstandort, dem neun Hauptbranchen sein Profil geben: Agrobusiness, Chemie, Energie, Elektrotechnik, Gesundheit, Maschinenbau, Textil und Bekleidung, Tourismus und eben die Logistik. Exportquote: über 50%. Die Unternehmen hier sind kreativ, innovativ und weltmarktfähig.

Mehr als zwei Millionen Quadratmeter an Logistikfläche werden am Niederrhein derzeit aktiv genutzt. Durchschnittliche Nutzfläche pro Objekt: rund 15.000 m2. Etwa die Hälfte der Flächen wird von Logistikdienstleistern betrieben, weitere 19% vom Handel. Auf den weiteren Plätzen folgen Lebensmittelindustrie (10%), Automobilindustrie (7%) und Chemie (5%). Etwa 5 Prozent der modernen Logistikzentren in Deutschland liegen mittlerweile am Niederrhein. Seit 2008 gehören Neuansiedlungen am Standort Niederrhein von ihrer Größe her in jedem Jahr zu den Top-5-Projekten in Deutschland.

Branchen wie Textil und Bekleidung, sowie die Chemie- und Lebensmittelindustrie haben das Entstehen von Speziallogistikern forciert. Diese haben ihre Dienstleistungen nahtlos mit den Wertschöpfungsketten ihrer Auftraggeber verknüpft. Solche Logistik-Symbiosen haben national Schule gemacht.

Die Logistik am Niederrhein ist eingewoben in ein dichtes Branchennetzwerk aus Zulieferindustrie, Spezialdienstleistern, Bildungseinrichtungen und Initiativen. Die Netzwerke fördern den logistischen Wissenstransfer auf kürzesten Wegen und sichern den hohen Ausbildungsstand. Auch wegen solcher Netzwerke gehört der Niederrhein zu den bedeutenden Logistik-Clustern in Nordrhein-Westfalen.

Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen im Detail, warum Logistik so stark am Niederrhein ist. Lernen Sie einige beispielhaft ausgewählte Logistik-Unternehmen und -Netzwerke kennen, machen Sie sich mit der logistischen Infrastruktur vertraut und wenden Sie sich dann mit Ihren konkreten Anfragen direkt an die Logistik-Experten der Wirtschaftsförderungen und Infrastrukturdienstleister.

Willkommen am Standort Niederrhein!

Der Logistik-Mix am Niederrhein: Top-Logistiker, Branchenspezialisten und große Marken

Deutsche Post DHL, DB Mobility Logistics, Dachser, Rhenus, UPS, Arvato Logistics Services, Fiege Stiftung, General Logistics Services, BLG Logistics Group, Wincanton, TNT Express – mehr als die Hälfte der Top-20-Logistiker in Deutschland sind am Niederrhein präsent. Der Paketdienstleister United Parcel Service Deutschland (UPS), die Nummer 6 der Top-Logistiker, hat sogar seinen Hauptsitz in Neuss mit allein 1.300 Mitarbeitern.

Weitere Top-100-Logistikunternehmen mit Umsätzen jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze operieren mit ihrem Hauptsitz vom Niederrhein aus: Rinnen (Moers), NEUFRA Speditionsgesellschaft (Neuss), Raben Logistics Germany (Mönchengladbach) und DSV Road (Willich).

Zahlreiche nationale und internationale Unternehmen betreiben vom Niederrhein aus ihre regionalen, nationalen und internationalen Distributionszentren, darunter namhafte Marken wie ASICS (Neuss), Alberto (Mönchengladbach), ALDI (Mönchengladbach, Kreis Wesel und Rhein-Kreis Neuss), Böhmer (Mönchengladbach), Bonita (Kreis Wesel), Byk-Chemie (Kreis Wesel), C&A (Mönchengladbach), Dr. Oetker (Kreis Wesel), Cewe Color (Mönchengladbach), EDEKA (Kreis Wesel), ESPRIT (Mönchengladbach), Fressnapf Tiernahrung (Krefeld), Gardeur (Mönchengladbach), Hewlett-Packard (Kreis Wesel), Kaiser's Tengelmann(Kreis Viersen), Kerrygold (Kreis Wesel), Konica Minolta (Kreis Kleve), Krings Fruchtsaft/Refresco (Mönchengladbach), Legea (Rhein-Kreis Neuss), LIDL (Kreis Wesel), Netto Marken-Discount (Krefeld), Norgren (Kreis Wesel), Polo (Jüchen), Sappi (Kreis Wesel), Siemes Schuhe (Mönchengladbach), Tokai (Mönchengladbach), Valensina (Mönchengladbach) und van Laack (Mönchengladbach).

Der Internethändler Amazon wird Ende 2011 ein Logistikzentrum im Kreis Wesel mit mehr als 100.000 m2 und 1.000 Mitarbeitern eröffnen. Als traditionsreicher Standort für Textil und Bekleidung ist der Niederrhein heute besonders stark im Bereich Textillogistik. Top-Logistiker wie Logwin und Fiege – letzterer betreibt unter anderem das Logistikzentrum von ESPRIT in Mönchengladbach – gehen hier mit Spezialdienstleistungen in den Markt, die passgenau auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnitten sind. Logwin, Vetten Textil Service und Ernst Schruff Spedition sind für die Distribution von C&A in Mönchengladbach zuständig.

Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt mit Tradition am Niederrhein ist die chemische Industrie. Insbesondere die Chemparks Dormagen (Rhein-Kreis Neuss) und Krefeld-Uerdingen halten dabei – als eine der zentralen Funktionen eines Chemieparks – die logistischen Grundfunktionen vor.

Das Agrobusiness prägt in besonderer Weise den Niederrhein – als Landschaft, als Wirtschaftsstandort und als Logistik-Region. Es hat den Niederrhein zu einer der zentralen Logistikregionen für Ernährung und Pflanzen gemacht. Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet, dem größten zusammenhängenden Gartenbaugebiet Europas, steht entsprechend auch Deutschlands größte und bedeutendste Versteigerungseinrichtung für Topfpflanzen, Schnittblumen, Obst und Gemüse: Landgard in Herongen. Getränke- und Tiefkühlspezialisten erweitern die Unternehmenspalette im Bereich Agrobusiness-Logistik.

Vertikaler und horizontaler Wissenstransfer im Logistik-Cluster Niederrhein

Mit der wachsenden globalen Vernetzung komplexer Wertschöpfungsketten und dem damit verbundenen intensiven Einsatz der Informationstechnologie in Industrie und Handel wird die logistische Dienstleistung zunehmend zu einem Fachgebiet für Spezialisten. Am Niederrhein, einem der bedeutendsten Logistik-Cluster in Nordrhein-Westfalen, haben sich die international ausgerichteten Hochschulen mit entsprechenden Studiengängen darauf eingerichtet, die Nachwuchskräfte für die Logistikbranche praxisnah auszubilden.

Zahlreiche Unternehmen am Niederrhein tragen in aktiv gemanagten Logistik-Initiativen dazu bei, das Know-how horizontal und vertikal innerhalb des Clusters zu transferieren und aktuell zu halten. Zulieferer wie Vanderlande (Mönchengladbach) oder Signode (Kreis Wesel) und Parkbetreiber werden eng in die Netzwerke mit eingebunden.

Zudem werden am Niederrhein spezielle Logistik-Projekte aufgelegt und öffentlich gefördert mit dem klaren Ziel, die Netzwerk-Kooperationen innerhalb des Clusters weiter zu optimieren.

Die Renaissance der Binnenhäfen

Alle Prognosen deuten in die gleiche Richtung: Die Menge der zu transportierenden Güter wird in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen. Denn die Dynamik, mit der die internationale Arbeitsteilung den Welthandel antreibt und für die Verschiebung von Warenströmen sorgt, scheint ungebrochen.

Dieses Mehr an Gütern wird in Deutschland von keinem Verkehrsträger alleine bewältigt werden können. Schon jetzt stoßen Schiene und Straße an Kapazitätsgrenzen. Ein Ausbau von Infrastrukturen wird zudem stärker Rücksicht auf Umweltbelange nehmen müssen. Auch die Entwicklung der drastisch gestiegenen Treibstoffkosten in Verbindung mit zusätzlichen Aufwendungen für Maut auf den Autobahnen beflügelt Umdenkungsprozesse.

Es wird intelligentere Konzepte brauchen, um die Güter auch zukünftig in Bewegung zu halten. Ein nachhaltiger Lösungsansatz sind konsequent trimodal ausgerichtete Binnenhäfen. Wasser, Schiene und Straße laufen in den Häfen zusammen und machen eine bedarfsgerechte Distribution von Containern sowie trockenen und flüssigen Massengütern möglich.

Hochrechnungen gehen entsprechend davon aus, dass die Gütermengen, die von den vier ZARA-Nordseehäfen (Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) auf dem Wasserweg in Richtung Niederrhein verschifft werden, sich bis zum Jahr 2030 auf rund 300 Mio. Tonnen fast verdoppeln (2007: 176 Mio. Tonnen).

Die sieben Rheinhäfen sowie die Anleger in den beiden Chemparks Krefeld-Uerdingen und Dormagen sind ab Nordsee mit seegängigen Schiffen erreichbar und unmittelbar mit Schiene und Straße verknüpft. Auch der Weg nach Osten ist für das Binnenschiff über den Wesel-Datteln-Kanal geöffnet. Der Niederrhein ist somit optimal vorbereitet auf die Abwicklung von trimodalen Logistikketten.

Die Renaissance der Binnenhäfen am Niederrhein wird zusätzlich angetrieben von der Tatsache, dass im Umfeld der Hafenareale noch freie Flächen für die Realisation von zukunftsweisenden Logistikkonzepten verfügbar sind. Die jüngste Ansiedlung des ThyssenKrupp Stahlservice Centers auf einer Fläche von rund 150.000 Quadratmetern im Krefelder Hafen ist ein aktuelles Beispiel für eine solche neue wasserstraßennahe Distributionsstrategie.

Dichtes Autobahnnetz mit fünf Grenzübergängen

Für die Logistik bildet ein dichtes und gut ausgebautes Autobahnnetz nach wie vor das Rückgrat der Verkehrsinfrastruktur. Am Niederrhein vernetzen 343 Autobahnkilometer die Städte und Kommunen miteinander und verbinden sie mit den Nachbarmärkten. Gleich fünf Mal überqueren die Autobahnen dabei vom Niederrhein-Boden aus die deutsch-niederländische Grenze.

Die Nord-Süd-Achse wird von den drei Autobahn-Magistralen A 3 (Arnheim-Köln), A 57 (Nijmegen-Köln mit nahezu durchgängig geplantem sechsspurigen Ausbau) und A 61 (Venlo-Koblenz) bedient. Die A 31 (Emden-Ruhrgebiet) tangiert den Osten des Niederrheins.

In West-Ost-Richtung erschließen den Niederrhein die Autobahnen A 40 (Venlo-Duisburg), A 42 (Kamp-Lintfort-Dortmund), A 52 (Roermond-Düsseldorf), A 44 (Flughafen Mönchengladbach-Flughafen Düsseldorf International-Ruhrgebiet) und A 44/46 (Aachen-Wuppertal).

Die großen Gewerbegebiete und Logistik-Standorte am Niederrhein verfügen meist über einen direkten oder in nur minimaler Distanz gelegenen Autobahnanschluss. Über die Autobahnen sind die zahlreichen Binnenhäfen und weitere Infrastruktureinrichtungen in kürzester Zeit erreichbar.

Schienenverkehr

Die Hauptachsen des Schienengüterverkehrs umfassen die Strecken Köln-Mönchengladbach-Venlo-Rotterdam und Oberhausen-Emmerich-Nijmegen-Rotterdam sowie Duisburg-Mönchengladbach-Aachen-Antwerpen. Damit besitzt die Region Niederrhein ein gut ausgebautes, dichtes Schienennetz, das zugleich durch den ebenfalls hohen Personenverkehr genutzt wird. Besondere Bedeutung für den Schienenverkehr der Region hat die Anbindung der Häfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam (ARAHäfen). Dabei hat insbesondere der Ausbau der niederländischen Betuwe-Route (Emmerich-Oberhausen) eine besondere Bedeutung für die Region.

Private Eisenbahnen sorgen für die Feinverteilung bis auf das Firmengelände großer Industriekomplexe beziehungsweise in den Hafengebieten. Dabei sind vor allem die Kreisbahn Wesel, die Neuss-Düsseldorfer Eisenbahn sowie die Hafen- und Bahnbetriebe der Stadt Krefeld zu nennen.

Über DUS und CGN direkt in alle Welt

Ein weiterer Pluspunkt des niederrheinischen Logistik-Profils ist die unmittelbare Nachbarschaft zu den beiden deutschen Großflughäfen Düsseldorf International (DUS) und Köln-Bonn (CGN). Hinzu kommen die beiden niederrheinischen Flughäfen Weeze und Mönchengladbach, die jeweils auch als Standort für Logistiker interessant sind, sowie der Verkehrslandeplatz Schwarze Heide im Kreis Wesel.

Am Flughafen Düsseldorf International konzentriert sich der Luftverkehr der Rhein-Ruhr-Region. Das dichte nationale und europäische Flugnetz, das DUS bedient, wird durch zunehmend mehr interkontinentale Direktverbindungen erweitert. Für den Bereich Cargo stehen eine Umschlagsfläche von 16.000 m² sowie ein Luftfrachtzentrum mit ca. 23.600 m² zur Verfügung.

Der Flughafen Köln/Bonn liegt mit einem Frachtaufkommen von 590.000 Tonnen pro Jahr auf Platz 2 im nationalen Vergleich. Die Möglichkeit des 24-Stunden-Betriebs ist Grundlage für das Wachstumspotenzial, welches die Logistiker UPS und FedEX erkannt haben und bereits erfolgreich für sich nutzen. Als einziger Flughafen bietet Köln/Bonn nicht nur die Infrastruktur für den Warenumschlag, sondern auch alle nötigen Logistikdienstleistungen zwischen Landebahn und Lagerhalle an.

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